Musiktheater Archiv

Lancelots Spiegel (1996-2000)

Lancelots Spiegel

Kammeroper in mittelhochdeutscher und hochdeutscher Sprache nach dem Prosa-Lancelot des 14.Jahrhunderts

1. Preis im Johann-Josef-Fux-Opernkompositionswettbewerb der Kunstuniversität Graz 2003

UA: 19.November 2003, Graz, Steirischer Herbst

Inhalt

Lancelot befindet sich auf einer fast lebenslangen Suche nach sich selbst, wobei seine Frauenbeziehungen den Spiegel seiner Seele darstellen: Drei Frauen nehmen in seinem Leben zentrale Plätze ein:

Seine leibliche Mutter, die ihn, als er wenige Monate alt war, verlassen hat, um ins Kloster zu gehen. Seine Ziehmutter, die ‘Frau vom See‘, die mit ihrem detaillierten Wissen über seine Herkunft, das sie nicht preisgibt, Macht über ihn hat und schließlich Ginover, die Gattin des König Artus, die ihn als Ritter und Liebhaber erwählt, in der er jedoch eine Mutter sehen will.

Lancelot ist seiner inneren Einsamkeit, die bereits in jungen Jahren erwachsene Ausmaße angenommen hat, zunehmend ausgeliefert. Ihn interessiert sein Heldentum als Ritter nur periphär. Er entscheidet sich, in das Land der ‘Frau vom See‘ zurückzukehren und im Wahnsinn seine innere Wahrheit und Ruhe zu finden.

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Metrostation (2004/2014)

Metrostation (2004/2013)
Eine Musiktheaterszene nach "Untergrundkrieg" von Haruki Murakami
Besetzung: E-Gitarre, Video, CD
UA"Eclat"-Festival Stuttgart, 29.1.05, "Klub Katarakt"-Hamburg/Kampnagel, 28.1.2013

Text: Torsten Beyer

Video: Timo Schierhorn

Die Szene kreist um einen Ort, an dem die Verkehrswege einer Stadt, wie Nervenstränge, zusammenlaufen: den Bahnhof. Dieser Ort stellt für die öffentliche Ordnung eine permanente Bedrohung dar. Er hat unendlich viele Ein- und Ausgänge nicht nur auf der Oberfläche, sondern auch ins weit verzweigte Tunnelnetz der U-Bahnen. Neben Reisenden ziehen diese Orte auch die ortlosen, entwurzelten Bewohner der Städte an: Rumtreiber, Drogenabhängige, Obdachlose. Um diese zu vertreiben, da sie das Bild und die Geschäfte stören, wird beispielsweise am Hamburger Hauptbahnhof ein besonderes Mittel gewählt: Sowohl der Bahnhofsvorplatz, als auch die Gänge des U-Bahnsystems unter dem Bahnhof werden mit klassischer Musik beschallt. Diese soll, so haben Studien ergeben, den Drogenabhängigen das verweilen an diesem Ort unerträglich machen - Klassik als sozialhygienische Waffe.

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